Tunesien nach der Jasmin-Revolution


Wir waren im Oktober 2012 auf einer Wüstentour und hier sind meine Eindrücke von Tunesien im Oktober 2012:

In Tunesien sehen sich die regierenden Islamisten einer immer grösser werdenden Protestwelle gegenüber: Nach Massenprotestenin der Hauptstadt Tunis folgten die Bürger in Sidi Bouzid ebenfalls einem Aufruf zum Generalstreik.  Die Proteste richten sich gegen die schlechte Wirtschaftslage und die häufigen Unter- brechungen bei der Strom- und Wasserversorgung. Der Stadt in Nordtunesien kommt wegen ihrer Rolle bei dem Volksaufstand 2011 eine grosse symbolische Bedeutung zu.
Seit der Jasmin-Revolution scheint die Wirtschaft still zu stehen. Speziell im mitterlen Teil Tunesiens, also z.B. um Gafsa, wurden Bauvorhaben eingestellt und private Investoren haben sich zurück gezogen. Überall halbfertige Bauten und Strassen die wohl in absehbarer Zeit nicht fertig gebaut werden. Die Arbeitslosigkeit ist beängstigend hoch, speziell im mittleren Teil Tunesiens. Die Hotels sind etwa zu einem Drittel gebucht. Andere waren mangels Gästen geschlossen. Weil damit die Unzufriedenheit wächst, ist weiterhin mit Ausschreitungen zu rechnen. Man sollte speziell Städte meiden, so haben Armeeangehörige empfohlen. Die Sicherheit wird im Norden durch die Gendarmerie und im Süden durch die Armee gewährleistet. Etwa alle 50Km fährt man in eine Strassenkontrolle und wird überprüft. Nirgends wurden wir aber von Einheimischen behelligt oder waren kritischen Situationen ausgesetzt. Im Gegenteil wir wurden überall herzlich begrüsst. Nur einmal wurden unsere Autos beim Vorbeifahren an einer Schule von Halbwüchsigen mit Steinen beworfen. Leider ging der dümmliche Bewurf nicht ohne Dellen ab.


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In den Dünen, ist die Revolution kaum bemerkt worden. Das Lebe nimmt dort seinen Lauf wie seit Jahrzehnten. Man ist genügsam und lebt von dem was die Wüste hergibt. Nur am Lago bemerkten die dort ansässigen Berber, dass weniger Touristen vorbeischauen und das bisschen Verdienst fast ausbleibt. Ganz interessant war allerdings zu hören, dass immer wieder mal ein kleines Flugzeug mit Kamera vorbeifliegt und die Pisten kontrolliert: Die tunesische Armee verfügt offenbar über Drohnen.
Bei der Rückfahrt nach Tunis machten wir kurz vor der strenggläubigen Stadt Kairouan eine Lunchpause in einer Olivenplantage. Die Diskussion ob es klug war gerade hier zu pausieren erübrigte sich schnell: Auch hier, nur freundliches Zuwinken und neugieriges Stehenbleiben. Wir hatten unsere helle Freude an den fröhlichen Menschen. Selbst LKWs blieben stehen und erfreuten sich offenbar an uns Touristen.
Ja die Korruption ist nach wie vor ein Thema. Ohne ein paar Euro kommst du nur schwer durch den Zoll. Wir versuchten es und warteten dann 2 Stunden bis wir abgefertigt wurden..............


Für Orstkundige oder sonst Interessierte: Wir fuhren nach Tataouine und von dort Richtung Westen durch den ersten Dünengürtel bis zu den Pipelines. Südlich vom Camping Ain Esbat war dann die erste Kontrolle der Armee dann die Direttissima durch 8 Dünenegürtel bis zum See. Von dort nach Tembain und weiter nach Douz. Totel 300Km durch die Dünen: Ein tolles Erlebnis! P.S. das Sperrgebiet ist nur mit Füher zu befahren, leider!

- Der Trinkwasserverbrauch lag bei 5L / Tag, weil wir z.T. 41Celsius hatten.
- In den Dünen hat mein Gele 22L Diesel geschluckt, ich hatte aber mit 180L genügend "on Board".
- Am See (Bild6) haben wir auch gebadet und uns einen Tag Pause gegönnt.
- Auch die Skorpione haben uns regelmässig nach dem Eindunklen besucht
- Eine Hornviper (der Biss ist meist tödlich) mussten wir leider töten weil sie partout nicht unser
  Camp verlassen
wollte. Ich habe sie erschlagen aber Freude hat das mir überhaupt nicht
  gemacht. Wir sind schliesslich in ihr 
angestammtes Gebiet eingedrungen und nicht umgekehrt.!
- Ein Euro = 2 Dinar / 1 Liter Diesel = 0.80 - 1.20 Dinar